Aus dem Zusammenspiel zwischen der Biologie und dem Körpercoaching (Teil 2)

Was kann ich konkret tun?

Wie kann es gelingen, aus diesem destruktiven Kreislauf auszusteigen und wieder Meister seines Körpers zu werden?

Indem ich die biologischen Vorgänge in meinem Körper verstehe und sie in direktem Zusammenhang mit meinem Erlebnissen zuordnen kann. Das ist der erste Schritt. Wer kognitiv versteht, warum was passiert und so vielleicht auch Körperreaktionen vorhersehbar sind, (das Gewebe wird durch unser Gehirn gesteuert, wobei die Art und Weise, wie die Gewebe in welcher Phase reagieren, je nach Keimblattzugehörigkeit genau bestimmt werden kann, siehe mein Schreiben über die 5 biologischen Naturgesetze) der bekommt ein immer stärker werdendes Vertrauen.

Um die Symptome konkret einordnen zu können, ist es notwendig, sich über seine Gefühlslage bewusst zu werden und auch, seine Schmerzen genau zu beobachten. Wann treten sie auf? (morgens, abends, in der Nacht, am Wochenende, zu Beginn des Urlaubs, werden sie am Abend stärker…), wie empfinde ich sie? (reißend, stechend, bohrend, dumpf…), wann geht es mir besser und ich bin vielleicht ganz schmerzfrei? Bei welchen Tätigkeiten, Umständen oder Personen fühle ich mich immer wieder ungenügend, nicht gut genug?

Auf der körperlichen Ebene können kräftige Massagen eine Linderung und Lockerung bringen. Indem gezielt Schmerzpunkte gedrückt werden und die behandelte Person einen (mitunter starken) Schmerz empfindet und dabei erlebt, dass mit dem Körper nichts passiert (man durch Schmerz nicht kaputt geht), kann der Kreislauf: „Schmerz = ich funktioniere nicht richtig“, durchbrochen werden.

Aus meiner Sicht kann das Körpercoaching die besondere Rolle spielen, um sich in seinem Körper wieder gut und ganz zu fühlen und den destruktiven Kreislauf zu durchbrechen. Selbst wenn der Verstand versteht, was in meinem System abläuft, ist oft das vorherrschende Gefühl „Ich habe Schmerzen = ich bin kaputt“ stärker. Oft ist man mit dieser Sicht auf den Körper aufgewachsen und so konnte sich dieser Glaubenssatz tief in unsere Überzeugung eingraben. Um dort wieder herauszukommen, braucht man über eine längere Zeit ein anderes Körpergefühl, insbesondere in dem von Schmerzen betroffenen Bereich. Denn da drauf liegt ein enormer Fokus und eine große Aufmerksamkeit und man ist besonders sensibel bzgl. dieser Körperstelle.

Im Körpercoaching erreichen wir die Muskulatur der Tiefe, die direkt am Gelenk ansetzt und die dem Gelenk mehr Raum geben können. Also wenn ein Schmerz aufgrund einer Entzündung entsteht, die durch eine Schwellung (Raumforderung) verursacht wird, wird der Schmerz weniger, wenn ich es muskulär erreiche, mehr Raum am Gelenk zu schaffen.

Wie erreichen wir das, dass die tiefe Muskulatur zum Tragen kommt? In dem wir die Knochen exakt ausrichten und darüber einen Bezug zu den Muskeln bekommen. Man kann diese Muskeln nicht direkt ansteuern. Wenn ich Ihnen sage: beugen Sie Ihren Arm, ist klar, wie sie das umsetzen. Wenn ich Ihnen sage, schaffen Sie bitte mehr Platz zwischen dem Kniegelenk, werden Sie sicher von alleine nicht wissen, wie das geht. Das Körpercoaching ist wie eine Art „Knochenflüstern“, um den Körper neu auszurichten, das gesamte umhüllende Fasciensystem neu zu vernetzen und sich in der Folge daraus leichter und freier zu fühlen und sich leichter zu bewegen. Wer das stetig und fortwährend in seinen Alltag integriert und diese neue Körpersprache erlernt, wird einen komplett neuen Zugang zu sich und seinem Körpergefühl bekommen. Über die Vernetzung des gesamten Bewegungsapparates von der großen Zehe bis hin zum Haaransatz werden auch die Fascien gelockert, die Gelenke mitsamt des kompletten Menschen neu ausgerichtet und der Körper erlangt über die Zeit seine Elastizität und Beweglichkeit zurück. Denn: Bewegung formt das Organ. Ein Muskel setzt über die Sehne am Knochen an. Wenn der Muskel anspannt, wird der Knochen und das Gelenk, über das er zieht, bewegt. Der Knochen reagiert auf Zug und Druck. Der Knochen wird in die Richtung geformt, in der er die meiste Krafteinwirkung erfährt. So werden die Menschen immer krummer, die am Schreibtisch sitzen oder am Rollator laufen und nicht genügend Ausgleichsbewegung erfahren. Die Aussage und grobe Umsetzung „Steh doch mal gerade“ reicht bei weitem nicht aus, um das zu korrigieren.

Im Köpercoaching gehen wir differenziert an jede einzelne Körperstelle heran und richten sie exakt dem Bauplan aus. Wir vernetzen die Muskulatur des Beckens mit der tiefen Rücken- und Bauchmuskulatur, stellen die Gelenke der Knie und Fußgelenke exakt übereinander und richten sowohl das Längs-, als auch das Quergewölbe der Füße wieder auf…, um nur von der unteren Extremität zu sprechen.

Das eigene Selbstvertrauen und Körpergefühl können noch zusätzlich gestärkt werden, in dem ich mittels Human Design meine eigenen Fähigkeiten aufgezeigt bekomme und beginne, das stärker in meinem Sein zu integrieren. Denn oft leben die Menschen stärker im Schatten ihrer Energie als aus ihrem Potential heraus. Und dadurch ist die Gefahr der Überlastung, aus dem inneren Gleichgewicht zu geraten und auf dem falschen Fuß erwischt werden, sehr naheliegend. Aber darauf gehe ich später in einem separaten Blogartikel konkreter ein.

Das Körpercoaching gibt einem eine exakte Anleitung und einen konkreten Zugang, wie ich den Körper gebrauche, damit er weniger / nicht mehr schmerzt, und außerdem kann man sich durch diese feine Arbeit mehr in sich zentrieren. Es erfolgt ein Gefühl der Standfestigkeit. Aus der Tiefe des Körpers bekommt man ein Gefühl des sich vertrauen könnens. Es geht dabei um Aufrichtung und Aufrichtigkeit, um Stabilität und Flexibilität in einer Leichtigkeit der eigenen Person und Bewegung betreffend.

Ein in sich zentrierter und muskulär aufgerichteter Mensch hält sich selbst für wertvoll (wird sich also nicht mehr so leicht durch äußere Umstände abgewertet fühlen, siehe biologischer Konflikt, den ich am Anfang des Blogartikels Teil 1 beschrieben habe), geht dementsprechend auch aufrecht und bewegt sich entschieden und voller Selbstvertrauen.

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